Finte oder Fakt: Fünf Gerüchte zu professioneller Pressearbeit und zum Verhältnis von PR und Journalismus….

Philipp Ley, Corporate Publishing-Experte und Dozent bei DAPR pro

…und die Wahrheit dahinter. – Wir haben mit dem Experten für Pressearbeit Philipp Ley gesprochen. Er berät mittelständische Unternehmen und Konzerne in Fragen der Strategischen Kommunikation und ist Spezialist für Corporate Publishing. Die andere Seite des Schreibtisches kennt er aus seiner Zeit als Wirtschaftsjournalist. Philipp Ley ist Dozent in der DAPR-Grundausbildung sowie in der Weiterbildung zum HR Communication Manager. In unserer Reihe “Finte oder Fakt?” haben wir ihm gegenüber behauptet:

1. Eine stilsichere Schreibe gehört längst nicht mehr zum wichtigsten Handwerkszeug von Kommunikatoren. Es zählen kurze und unterhaltsame Posts auf allen Kanälen.

Philipp Ley: Finte. Kommunikatoren sollten stets in der Lage sein, komplexe Sachverhalte schnell verständlich auf den Punkt zu bringen. Gerne kann dies auch mal stilsicher kurz und unterhaltsam ausfallen.

2. “Print ist tot, es lebe Print”: Vor allem im Corporate Publishing/Content Marketing wird es auch in den nächsten fünf Jahrtausenden gedruckte Kunden-, Mitarbeiter- und Verbandsmagazine geben.

Philipp Ley: Finte. Fünf Jahrtausende wird diese Erde nicht mehr erleben. Fakt ist, dass die Akzeptanz von Printmedien immer weiter zurückgeht. Eine repräsentative Umfrage von Next Media Hamburg zeigte jüngst: Lediglich 18 Prozent der Befragten glauben, dass das gedruckte Kundenmagazin in zehn Jahren für sie noch relevant sein wird. Dennoch bin ich mir sicher, dass es auch 2028 noch viele Unternehmen geben wird, die mit exakt zugeschnittenen Printprodukten die jeweilige Zielgruppe erreichen.

3. Die “gute alte Pressemitteilung” hat ausgedient. Künftig ist gefragt, wer gute Media News schreibt.

Philipp Ley: Finte. Zunächst: Unternehmen sollten die unterschiedlichen Kommunikations- und Marketinginstrumente nicht gegeneinander ausspielen, sondern zielführend miteinander vernetzen. Zumal sich eine Pressemitteilung nicht einfach durch einen Blog-Eintrag, einen Tweet oder einen Facebook-Post ersetzen lässt. Weiterhin ist eine aktive Medienarbeit unerlässlich – sie reicht von der Kontaktpflege zu allen relevanten Journalisten bis hin zur exzellenten Aufbereitung von Informationen für die Medienvertreter.

4. Noch vor einiger Zeit zählte der gute persönliche Kontakt zum Fachredakteur. Heute geht es um das beste Monitoring-Tool für den Einsatz in den sozialen Medien.

Philipp Ley: Fakt und Fakt. Der gute persönliche Kontakt zum Fachredakteur ist weiterhin äußerst wertvoll und wichtig. Und ohne erstklassige Monitoring-Tools können Unternehmen ihre Kommunikation langfristig nicht erfolgreich steuern.

5. Es gibt keine klare Grenze zwischen PR und Journalismus. Was zählt ist Content, der den Bezugsgruppen gefällt.

Philipp Ley: Fakt. Unternehmen, Verbände und Institutionen publizieren schon lange eigenständig. Dabei schaffen sie Inhalte und inszenieren auf diversen Kanälen ihre Themen, mit denen sie bei ihren Zielgruppen mal mehr, mal weniger punkten. Neben dieser inhaltsgetriebenen Unternehmenskommunikation gibt es den Journalismus klassischer Lesart: Er ist für die unabhängige Einordnung und Bewertung von Informationen, Themen und Entwicklungen heute so wichtig wie noch nie zuvor. Je stärker die Rollen dieser beiden Felder – PR und Journalismus – auch in der (Fach-)Öffentlichkeit mit der gebotenen Trennschärfe diskutiert werden, desto klarer kann die Grenze zwischen ihnen gezogen werden.

Über Philipp Ley
Philipp Ley ist Dozent im Modul “Schreibwerkstatt” der DAPR-Grundausbildung sowie im zweiten Modul der DAPR-Weiterbildung zum HR Commmunication Manager, wo er zum Thema “Corporate Publishing” unterichtet. Er ist seit über 20 Jahren in der Medienbranche unterwegs. Philipp Ley war Wirtschaftsjournalist und arbeitete für unterschiedliche Unternehmen und Agenturen, zuletzt als Geschäftsführer der komm.passion Group. Seit 2013 ist er selbstständiger Berater für mittelständische Unternehmen, Verbände und Dax30-Konzerne. Zu seinen Schwerpunkten zählt neben Ghostwriting-Aufgaben und Corporate Publishing-Projekten vor allem auch die strategische Beratung und Moderation.

Seminarinfos

>> www.dapr.de/grundausbildung in Düsseldorf, Frankfurt, München. Module: Grundlagen strategische Kommunikation, Textwerkstatt, Grundlagen digitale Kommunikation, Konzeptionswerkstatt
>> www.dapr.de/hr in Düsseldorf und Frankfurt. 3×3 Tage zu den Themen Employer Branding, Kampagnenplanung, Personalmarketing über soziale Netzwerke und mehr

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