Finte oder Fakt: Fünf Vorbehalte gegenüber der Internen Kommunikation…

Andrea Montua, Dozentin in der DAPR-Intensivausbildung Interne Kommunikation und Change

…und die Wahrheit dahinter. Andrea Montua ist Inhaberin der MontuaPartner Communications GmbH, einer in Hamburg ansässigen Beratungs-Agentur für Interne Kommunikation & Change. Seit 2016 leitet sie gemeinsam mit einem Kommunikations-Kollegen den deutschlandweiten Arbeitskreis IK & Change der Deutschen Public Relations Gesellschaft, darüber hinaus ist sie Dozentin in der DAPR-Intensivausbildung “Interne Kommunikation und Change“. In unserer Reihe “Finte oder Fakt?” haben wir Andrea Montua gegenüber behauptet:

Die Interne Kommunikation wurde lange Zeit missachtet. Das rächt sich jetzt.
Andrea Montua: Fakt. Die Interne Kommunikation hatte und hat häufig in den Unternehmen nicht den Stellenwert, den sie haben sollte. Zum Glück nimmt ihre Bedeutung für Themen wie Strategie und Kultur aber mehr und mehr zu – Digitalisierung, neue Arbeitswelten und Change-Prozesse tun ihr Übriges, um sie in den Vordergrund zu bringen. Ich bin der festen Überzeugung: Es ist nie zu spät zum Umdenken und das Augenmerk verstärkt auf die Führungskräfte und Mitarbeiter sowie vor allem auf ihre (Kommunikations-) Bedürfnisse zu richten.

Displays, Intranet, Newsletter – die digitalen Wege sind natürlich auch in der Internen Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.
Andrea Montua: In dieser Krassheit auf jeden Fall eine Finte. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in den Kanälen selbst, sondern darin, eine auf die Bedürfnisse von Mitarbeitern und Führungskräften abgestimmte Kommunikation zu etablieren. Das hängt entscheidend von Faktoren wie Erreichbarkeit, technischen Möglichkeiten, Unternehmenskultur oder Demografie ab. Die entscheidenden Fragen sollten lauten: Was wollen und brauchen Führungskräfte und Mitarbeiter? Was ist für sie relevant? Welche Kultur soll gefördert oder etabliert werden?

Wir kennen viele Beispiele von Unternehmen, die beispielsweise eine Mitarbeiter-App eingeführt haben, weil sie dachten, damit up-to-date zu sein und alle Kommunikationsprobleme lösen zu können. Wenn aber vorher nicht klar ist, welche Ziele damit verfolgt werden sollen, welche Inhalte in den Umlauf gehen und warum, welcher Grad von Partizipation gewünscht ist oder wie die Verfügbarkeit der Informationen überhaupt technisch sichergestellt werden kann, dann hilft auch eine App nicht dabei, die kommunikativen Probleme zu lösen. Im Gegenteil: So werden neue erschaffen.

Und dennoch: Ja, natürlich macht es in der internen genauso wie in der externen Kommunikation Sinn, moderne, digitale Wege zu gehen und die Zielgruppen dort zu treffen, wo sie sich auch im Alltag aufhalten. Jedes Unternehmen sollte den eigenen Mitarbeitern und Führungskräften digitale Tools und Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Das sollte allerdings nicht zum Selbstzweck geschehen, sondern immer eingebettet in eine gut durchdachte Gesamtstrategie und abgestimmt auf die tatsächlich vorhandenen Bedingungen.

In kleinen Unternehmen reicht als Interne Kommunikation ein Teammeeting alle zwei Wochen.
Andrea Montua: Finte, natürlich! Interne Kommunikation ist weit mehr, als der Austausch von Informationen. Es geht darum, gemeinsam strategische Ziele zu verfolgen, ein Wir-Gefühl zu entwickeln, Werte zu leben, zu kollaborieren, den Kommunikationsfluss zu steuern, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern und, und, und. Es gibt keine auf die Unternehmensgröße zugeschnittene Regel, wer sich wann mit wem wie oft austauschen soll. Auch hier geht es wieder darum: Was brauchen die Führungskräfte und Mitarbeiter eben jenes Unternehmens, um gut, effizient und zufrieden arbeiten und sich engagieren zu können?

Wenn das Betriebsklima schlecht ist, kann eine konsequente Interne Kommunikation die Stimmung in einem Unternehmen um 180 Grad drehen.
Andrea Montua:  Finte. Aber betrachten wir es einmal anders herum: Wenn in einem Unternehmen das Klima schlecht ist, dann hat das sehr oft etwas mit fehlender oder schlechter Kommunikation zu tun. Mangelnde Transparenz, Informationsstau, zu viel Top-Down, inkonsistente Führung, keine Glaubwürdigkeit, ungesunde Feedback-Kultur – all diese Dinge beeinflussen die Stimmung in einem Unternehmen in besonderem Maße. Die Interne Kommunikation ist kein Wundermittel, um Kultur und Klima zu verbessern. Aber sie kann helfen, eine Zielkultur mit Leben zu füllen und wichtige Impulse setzen. Entscheidend ist hier vor allem das Verhalten von Führungskräften und Geschäftsleitung. Denn nur wenn auf dieser Ebene ein ernsthafter Wille zur Veränderung des Kommunikationsverhaltens da ist und vorgelebt wird, kann sich das positiv nach Innen auswirken.

Jeder, der die externe Kommunikation beherrscht, wird ja wohl auch die interne Kommunikation bewältigen können.
Andrea Montua: Fakt und Finte. Sicher beherrscht ein Kommunikationsprofi die Grundlagen seines Metiers, ganz gleich, ob er an interne oder externe Zielgruppen kommuniziert. Sprache, Methodik Kommunikationspsychologie, ja selbst die Nutzung verschiedener Kanäle funktionieren ähnlich. Und nicht selten werden in der Unternehmenskommunikation ja auch beide Bereiche von ein und derselben Person verantwortet.
Dennoch unterscheiden sich die Denk- und Herangehensweisen deutlich voneinander. Der Internen Kommunikation liegen andere Instrumente und Strategien zugrunde, Change- und Krisenkommunikation gehören meist zum Alltag der IK-Verantwortlichen. Das merken wir an den Anfragen in unserer Agentur sehr deutlich. Wir beraten bereits seit 2004 Unternehmen bei ihrer Internen Kommunikation, aber gerade in den letzten Jahren sind die Wünsche und Aufträge unserer Kunden deutlich komplexer und vielschichtiger geworden. Vor allem, wenn es um die Steuerung und Begleitung von Veränderungsprozessen geht, stößt die klassische Unternehmenskommunikation schnell an ihre Grenzen, da bedarf es häufig professioneller Unterstützung mit spezifischem IK-Knowhow. Die Branche reagiert ebenfalls auf die gebotene Differenzierung zwischen interner und externer Kommunikation und bietet intensive Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Die “Intensivausbildung Interne Kommunikation und Change“, die die DAPR ab Februar erstmalig anbietet, zahlt genau auf diesen Bedarf ein: Endlich schließt ein umfassendes, qualifiziertes und zertifiziertes Weiterbildungsangebot die Lücke zwischen interner und externer Kommunikation.

Andrea Montua

ist Inhaberin der MontuaPartner Communications GmbH und Dozentin in der DAPR-Intensivausbildung “Interne Kommunikation und Change“, in der sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an zwei Seminartagen die Instrumente und Kanäle der internen Kommunikation vorstellt: Angefangen bei der Mitarbeiterumfrage als wichtiges Tool für die Analyse, über klassische Medien wie die Mitarbeiterzeitung bis hin zu digitalen und mobilen Anwendungen.

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