Finte oder Fakt? Fünf Gerüchte zu Social Media…

DAPR-Dozent Dominik Ruisinger

…und die Wahrheit dahinter. Von dem Kommunikations- und Digitalexperten Dominik Ruisinger, der in den DAPR-Seminaren zum Social Media Manager und zum Kommunikationsberater bzw. -referenten den Teilnehmern Grundlagen und Strategien einer professionellen Online-Kommunikation vermittelt.

1. Auf je mehr Social-Media-Kanälen ein Unternehmen aktiv ist, desto erfolgreicher ist seine Kommunikation. Finte oder Fakt?

Dominik Ruisinger: Klare Finte. Wie in vielen Dingen hängt der Erfolg nicht automatisch von der Masse ab, sondern ist eng mit der Qualität verbunden. Übersetzt auf Social Media bedeutet dies: Nur wer eine klare digitale Kommunikationsstrategie besitzt, die Inhalte und Kanäle sauber auf die eigenen Stakeholder abgestimmt und dazu auch die vorhandenen Ressourcen berücksichtigt hat, wird Erfolg im Social Web haben. Schon heute gibt es zu viele Kanäle im Social Web, die – einst von den Organisationen angestoßen – heute ein trauriges, inaktives Dasein fristen. Und noch mehr von diesen benötigen wir wirklich nicht. Höchstens, eine Organisation will unbedingt die eigenen Ressourcen verschwenden…

2. E-Mail-Newsletter sind doch etwas von gestern. Heute läuft alles über Instagram, Pinterest und Whatsapp.

Dominik Ruisinger: Finte. Die E-Mail wurde schon häufig für tot erklärt. Doch derzeit erlebt die E-Mail-Nutzung zweistellige Wachstumsraten und damit gerade auch das E-Mail-Marketing samt E-Mail-Newsletter seinen X-ten Frühling. Es darf daher auch nie darum gehen, Kommunikations- und Marketinginstrumente gegeneinander auszuspielen. Vielmehr sollten Organisationen diese Instrumente miteinander vernetzen – Stichwort Integrierte Kommunikation. So wird es mit Sicherheit Zielgruppen geben, wo ein Fach-Newsletter die richtige Lösung ist, andere bei denen die visuelle Komponente entscheidend ist oder die schnelle Information per Messenger Erfolg verspricht. Gerade E-Mail-Newsletter und WhatsApp können sich in diesem Kontext zu einem sehr erfolgreichen Duo entwickeln.

3. Wer bei XING und LinkedIn regelmäßig in Gruppen Inhalte postet, erreicht direkt seine Zielbranche.

Dominik Ruisinger: FinteFakt. Für viele Bereiche, für viele Themen, für viele Zielgruppen gibt es auf XING und LinkedIn durchaus nützliche Gruppen. Auch in meiner eigenen Gruppe diskutieren heute rund 1.400 PR-Experten über Public Relations und digitale Kommunikation. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass viele Menschen weder in dem einen noch in dem anderen Business-Netzwerk präsent sind, einst aktive Accounts eingeschlafen sind oder sie ihre Accounts als pures Adressbuch nutzen. Auch hier gilt: Auf den Medien- und Instrumente-Mix kommt es an. Und innerhalb von diesem kann der eigene Aufbau einer Gruppe oder aber die Kommunikation innerhalb bestehender Gruppen durchaus ein wichtiger Kommunikations-Baustein sein.

4. In der Kommunikationsbranche läuft doch eh alles Wichtige über Kontakte, so auch über die eigene Community in den sozialen Medien.

Dominik Ruisinger: FinteFakt. Es ist unbestreitbar, dass die Sozialen Medien die Pflege der eigenen Community deutlich erleichtert haben. Einfach und schnell kann sich jeder mit den für ihn relevanten Personen über die vielfältigen Instrumente vernetzen, deren Interessen folgen oder auch beispielsweise um Rat fragen. Gleichzeitig spielt der persönliche Kontakt Aug-in-Aug weiter eine zentrale Rolle in der Kontaktanbahnung und -pflege, wie beispielsweise der European Communication Monitor jährlich belegt. Dies zeigt sich auch in der hohen Beliebtheit von Fachkonferenzen, Kongressen, Barcamps oder im regen Austausch bei den DAPR-Präsenzseminaren. Daher: Online vernetzen, persönlich treffen, so könnte ein Erfolgsmix aussehen.

5. Viele kleine und mittelständische Unternehmen brauchen Social Media doch gar nicht. Das Geschäft läuft auch so.

Dominik Ruisinger: Finte. Mit Sicherheit gibt es Branchen, für die Social Media eine deutlich geringere Bedeutung spielt. So muss auch nicht jedes Unternehmen unbedingt eigene Social Media Kanäle aufbauen und pflegen. Gleichzeitig sollten sich jede Organisation bewusst sein, dass über sie im Social Web gesprochen wird. Und genau daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen oder neue Projekte oder Kunden gewinnen. Das bedeutet: Ein Social Media-Monitoring sollte in den Werkzeugkasten einer jeden Organisation gehören. Denn dieses hilft nicht nur in aktuell vielleicht goldenen Zeiten – sondern perspektivisch auch dann, wenn die besten Zeiten mal vorbei sein sollten.

Über Dominik Ruisinger

Dominik Ruisinger ist Diplom-Politologe, gelernter Journalist und ausgebildeter PR-Berater. Seit den 90er Jahren beschäftigt er sich mit den Veränderungen in der Medien- und Kommunikationsbranche mit Fokus auf Digitale Kommunikation, Online Marketing, Online-Journalismus und Medienarbeit.
Heute coacht er Unternehmen und Institutionen in Fragen (digitaler) strategischer Kommunikation. Parallel gibt er sein Wissen in Form von Trainings, Workshops und Fachbüchern weiter. Seine Kernthemen lehr er an Universitäten sowie privaten Ausbildungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum. Bei uns ist er als Dozent in der DAPR-Grundausbildung  im Modul  “Digitale Kommunikation” sowie in der Weiterbildung zum Social Media Manager im Einsatz.
Dominik Rusinger publiziert regelmäßig in Fachbüchern, Fachzeitschriften und seinem eigenen Blog.

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