„Ein konsequentes Employer Branding“

Claudia Thaler, GF von consense communications, ist Dozentin in der DAPR-Weiterbildung zum HR Communication Manager

Claudia Thaler ist Geschäftsführerin der Münchner Agentur consense communications und Dozentin in unserer Weiterbildung zum HR Communication Manager. Im ersten Modul unterrichtet sie zum Thema “Von der Unternehmenskultur zur Arbeitgebermarke”. Von Claudia Thaler wollten wir wissen, was sie unter konsequentem Employer Branding versteht und wo Unternehmen überall die Hebel ansetzen müssen, um im “war for talents” zu bestehen.

DAPR: In Ihrem Fachbeitrag in unserem aktuellen dapr magazin fordern Sie ein „konsequentes Employer Branding“. Was heißt das konkret?

Claudia Thaler: Fachkräftemangel ist ein Thema, das heute bereits viele Unternehmen über alle Branchen hinweg beschäftigt. So werden zum Beispiel Investitionen, vor allem bei IT- und Digitalisierungsprojekten, inzwischen verschoben, weil die Unternehmen nicht mehr ausreichend qualifizierte Mitarbeiter finden. Tendenz steigend. Deshalb ist es wichtig, das Thema Employer Branding heute auf die Agenda zu setzen. Viele Unternehmen gehen aber nicht konsequent damit um. Wer nur ein paar Fotoshootings oder neu gestaltete Anzeigen in Auftrag gibt, verpasst eine wichtige Chance für das Unternehmen. Eine Employer Branding Strategie ist Bestandteil der Unternehmensstrategie. Eine strukturierte Herangehensweise – Top-Down – unter Einbeziehung der Mitarbeiter und des Wertesystems des Unternehmens sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung einer starken Arbeitgebermarke.

DAPR: Ist denn nicht eigentlich ohne eine gute Unternehmenskultur auch keine gute HR-Kommunikation möglich?

Claudia Thaler: Ohne Zweifel: Nach innen muss gelebt werden, was nach außen kommuniziert werden soll. Nicht zuletzt deshalb ist die Analyse eine wichtige Voraussetzung für jede Employer Branding Strategie. Kommen dabei Missstände im Unternehmen zum Vorschein, sollte auf keinen Fall mit der Kommunikation begonnen werden. Denn: Bei Employer Branding Kampagnen kommt es nicht nur auf die Unternehmenskommunikation an. Viel wichtiger ist es, auch die eigenen Mitarbeiter als Fürsprecher für das Unternehmen zu gewinnen. Stehen Unternehmenskommunikation und das, was Mitarbeiter über den Arbeitgeber erzählen (beispielsweise auf kununu) im Widerspruch zueinander, ist die Kommunikation nicht glaubwürdig. Eine unglaubwürdige Kampagne kann dem Image eines Unternehmens am Ende mehr schaden als gar keine Kampagne.

DAPR: Storytelling ist in aller Munde. Auch Sie setzen auf „gute Geschichten“, die es in der HR-Kommunikation zu erzählen gilt. Wann ist eine Geschichte gut und was löst sie bei den Empfängern aus?

Claudia Thaler: Interessante Geschichten aktivieren mehr Regionen in unserem Gehirn als sachliche Informationen. Und gut sind Geschichten dann, wenn sie unsere Emotionen wecken. Dann bleiben sie im Gedächtnis und werden gerne weitererzählt. Am besten funktioniert das, wenn sich unsere Zielgruppe mit dem Helden der Geschichte identifizieren kann. Wenn sie die Wünsche, Sorgen oder auch Ängste nachempfinden kann. Storytelling funktioniert natürlich auch bei der HR-Kommunikation. Denn für eine starke Arbeitgebermarke braucht es Mitarbeiter, die emotional mit dem Unternehmen verbunden sind und diese Begeisterung mit anderen teilen. Und auch bei der Suche nach neuen Mitarbeitern spielt Emotionalität eine große Rolle: Bei der Wahl eines neuen Jobs entscheiden Bewerber bei gleichwertigen Angeboten am Ende aus dem Bauch heraus.

DAPR: Trotzdem bleibt Employer Branding auch intern in einem Unternehmen ein stetiger Prozess. Wieso?

Claudia Thaler: Zum einen ist Employer Branding nichts, was sich mal eben schnell nebenbei umsetzen lässt. Der Prozess beginnt intern häufig schon damit, Relevanz für das Thema zu schaffen und Budgets dafür zu bekommen. Auch nach einer erfolgreichen Employer Branding Strategie sollte das Thema natürlich nicht einfach so ad acta gelegt werden. Es ist beispielsweise sinnvoll, die Analyse in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Denn neue Teammitglieder oder veränderte Rahmenbedingungen können die Zufriedenheit der Mitarbeiter beeinflussen. Wer eine regelmäßige Analyse durchführt, kann diese Entwicklungen schnell erkennen und ggf. gegensteuern. Und natürlich ist auch das Thema Unternehmenskultur ein langer Prozess. Die muss wirklich gelebt werden. Und das selbstverständlich auch nicht nur für die Dauer der Employer Branding Kampagne.

Vita

Claudia Thaler ist Gründerin und Geschäftsführerin der Münchner Kommunikationsagentur consense communications. Seit über 20 Jahren unterstützt sie Unternehmen in Veränderungsprozessen und berät bei der Neuausrichtung der Unternehmenskommunikation. Als systemische Organisationsberaterin legt sie ihren Schwerpunkt unter anderem auf Change- und HR-Kommunikation sowie Employer Branding.
Mehr zu ihrer Vita hier.

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Der HR Communication Manager

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Infos und Anmeldung: www.dapr.de/hr

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