„Das persönliche Gespräch ist in der digitalisierten Arbeitswelt unverzichtbar“

Julia Katharina Büttner, Dozentin bei der DAPR

Julia Katharina Büttner ist Dozentin in der neuen Intensivausbildung Interne Kommunikation und Change. Wir haben mit ihr über die Veränderungen der letzten Jahre in der Internen Kommunikation gesprochen und dabei unter anderem erfahren, dass die Ansprüche an Interne Kommunikationsmanager deutlich gestiegen sind. Und dass die Face-to-Face-Kommunikation von hoher Bedeutung ist, heute und in Zukunft.

DAPR: Die Interne Kommunikation wurde ja eine Zeit lang sträflich vernachlässigt. Warum ist das Thema jetzt aber in vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda?

Julia Katharina Büttner: Interne Kommunikation ist aktuell das A und O von Unternehmen und wird immer wichtiger. Durch die Schnelligkeit im Alltag und durch die Digitalisierung verändert sich einiges. In vielen Unternehmen hat ein Großteil der Mitarbeiter beispielweise keinen festen Arbeitsplatz mehr und wird immer mobiler. Erfolgreiche Kommunikation kann dabei eine echte Herausforderung sein, ist aber unabdingbar. Auch durch neue Medien gewinnt die interne Kommunikation immer mehr an Bedeutung. So ist beispielweise das Intranet bei Weitem nicht mehr nur eine Informations-Plattform, sondern wird vielmehr zum digitalen Arbeitsplatz.

DAPR: Wie hat sich die Interne Kommunikation in den vergangenen zehn Jahren gewandelt? Welche Zielgruppen werden heute angesprochen? Und wie?

Julia Katharina Büttner: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die interne Kommunikation sich im Wandel befindet. Neue Aufgaben und Arbeitsbereiche sind hinzugekommen: Die Medienarbeit verändert sich stetig. Auch die Ansprüche an moderne Kommunikationsarbeit steigen. Internen Kommunikationsmanagern bieten sich inzwischen sehr viele Medien an, um verschiedenste Informationen und Botschaften an diverse Bezugsgruppen innerhalb eines Unternehmens zu übermitteln. Auch gestiegene Erwartungen an Geschwindigkeit, Quantität und Qualität der Kommunikation müssen erfüllt werden. Integrierte Kommunikation soll die Wirkung bei internen und externen Zielgruppen verstärken, sodass ein stimmiges einheitliches Vorstellungsbild entsteht.
Die interne Kommunikation unterstützt das Unternehmen darin, einerseits Beschäftigte, andererseits aber auch Partner und die Geschäftsführung zu informieren und zu motivieren. Außerdem fördert IK die Identifikation mit dem Unternehmen. Es ist wichtig, dass bei den Mitarbeitern ein WIR-Gefühl entsteht.

DAPR: Bringt die Digitalisierung Vorteile für die interne Kommunikation? Und wenn ja, welche?

Julia Katharina Büttner: Die digitale Transformation bedeutet für Unternehmen einen ständigen Wandel. Prozesse, Strukturen und Abläufe müssen künftig überdacht und zum Großteil grundlegend verändert werden. Crossmediale Arbeit wird im Bereich der internen Kommunikation notwendig. Die Kunst ist es, einerseits den Vorstand angemessen zu beraten, andererseits aber auch Veränderungen vorausschauend zu begleiten und Führungskräfte als empathische und partnerschaftlich arbeitende Kollegen zu etablieren. Während es früher galt, schlicht Inhalte zu produzieren und sich um die Verbreitung über die richtigen Kanäle zu kümmern, werden heute interne Kommunikatoren zunehmend zu echten Kommunikationsmanagern.

DAPR: In wie weit sind die Erfolge von interner Kommunikation messbar?

Julia Katharina Büttner: Um den Wert der internen Kommunikation zu belegen und beispielsweise höhere Budgets zu verhandeln und Ergebnisse zu veranschaulichen, benötigen Kommunikatoren aussagekräftige Daten, um starke Argumente liefern zu können. Entsprechende Analysetools für die interne Kommunikation bieten sich hier an. Diese können detaillierte Kennzahlen für mehrere Kanäle erfassen und anschaulich darstellen. Zusätzlich kann ein Kommunikator Interaktionen nachverfolgen, die aus dem privaten Leben bekannt sind: beispielsweise die Likes, das Teilen und das Kommentare.

DAPR: Wie sieht die interne Kommunikation Ihrer Meinung nach in fünf Jahren aus?

Julia Katharina Büttner: Aus meiner Sicht werden die digitalen Kommunikationskanäle immer vielfältiger und die Prozesse der Kommunikation noch individualisierter. Die Tätigkeit im Bereich der internen Kommunikation bleibt spannend. Doch auch in fünf Jahren wird die Face-to-Face-Kommunikation – wie auch heute – von hoher Bedeutung sein. Das persönliche Gespräch und der direkte Kontakt werden in der digitalisierten Arbeitswelt umso unverzichtbarer, desto komplexer und schneller die Arbeitsprozesse in den Firmen ablaufen.

Julia Katharina Büttner

ist Head of Corporate Communications und Pressesprecherin der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, ein Unternehmen der Ströer Group. Seit 2011 ist sie in dieser Position für die interne und externe Unternehmenskommunikation verantwortlich. Die studierte Diplom-Medienökonomin kommt aus dem Journalismus und war lange für die BILD-Zeitung, das ZDF sowie den SWR tätig. Über das Traineeprogramm der Peek & Cloppenburg KG kam sie die Unternehmenskommunikation und hat vor ihrem Wechsel zu Ranger als Redakteurin Unternehmenskommunikation bei ALDI SÜD gearbeitet. Seit 2008 hat Julia Katharina Büttner zudem diverse Lehraufträge an verschiedenen privaten Hochschulen inne.

Seminarinfos

DAPR-Intensivausbildung „Interne Kommunikation und Change“: zweiwöchiges Blockseminar (Mo-Fr) in Düsseldorf mit optionaler Prüfung zum/zur “Berater/in/Referent/in Interne Kommunikation und Change(DAPR)“. Themen: Grundlagen, Instrumente, Konzepte und Strategien für interne und Change Kommunikation
>>www.dapr.de/interne-kommunikation-und-change/

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